Seniorensport

Die Lebensqualität im Alter hängt im hohen Maße mit der körperlichen und geistigen Fitness zusammen. Eng damit verbunden ist die eigene Mobilität, die wir uns möglichst erhalten möchten. Das einfachste und effektivste Mittel dieses Ziel zu erreichen und auch im Alter eine hohe Lebensqualität zu erreichen, sind regelmäßiger Sport und Bewegung. Wir fassen dies für die ältere Generation unter dem Begriff Seniorensport zusammen.

Warum müssen wir uns heutzutage viel intensiver mit Seniorensport beschäftigen als dies noch vor einigen Jahren der Fall war? Gleich mehrere Gründe sprechen dafür, dass das Bewusstsein für Sport im Alter geschärft werden müssen. Die Gesellschaft wird älter. Der demographische Wandel ist im vollen Gange und immer mehr Leute sehen sich mit Problemen bezüglich ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit konfrontiert. Arbeitsplätze verschieben sich hinter den Schreibtisch und die physischen Belastungen nehmen ab. So fallen im digitalen Zeitalter etliche Berufe weg, die viele Menschen in früheren Generationen körperlich gefordert haben und als sinnvoller Ersatz für Sport und Bewegung dienten.


Was können wir tun, um auch im zweiten Lebensabschnitt gesund und aktiv zu altern?

Sport & Bewegung! Die Antwort klingt im ersten Moment einleuchtend und ist eigentlich einfach umzusetzen. Aber augenscheinlich gibt es einen großen Haken bei der Umsetzung von ausreichend Sport und Bewegung im zweiten Lebensabschnitt. Nur etwa 15 Prozent der über 60-Jährigen treiben regelmäßig Seniorensport. Das durchschnittliche Laufpensum in Deutschland liegt bei 1000 Schritten täglich, was etwa 800 Metern entspricht. Die WHO empfiehlt ein Pensum von 5000 Schritten (etwa 4000 Meter) sowie eine körperliche Aktivität von mindestens 2,5 Std. in der Woche.

Es geht beim Seniorensport im zweiten Lebensalter nicht um Rekorde, Siege oder Medaillen. Es geht vielmehr darum, die körperliche Fitness zu erhalten und möglichen Gesundheitsrisiken effektiv vorzubeugen! Medizinische Studien belegen, dass die Muskelkraft und die Herzfrequenz ab dem 30. Lebensjahr nach und nach abnehmen. Die Muskelkraft sinkt pro Jahrzehnt um 3 ½ bis 5 Prozent. Das Herz schlägt pro Jahr durchschnittlich etwa um ein Prozent schwächer. Doch es ist ebenso bewiesen, dass beiden Prozessen durch Sport effektiv entgegen gewirkt werden kann und auch im Alter noch eine Stärkung der Muskulatur und Ausdauerleistung möglich ist. Die WHO empfiehlt deshalb mindestens dreimal wöchentlich 30 Minuten Sport zu treiben.

Was bewirkt Sport im Alter?

Sport und Bewegung können dafür sorgen, dass wir auch im Alter aktiver leben und unser Leben selbstständiger gestalten können. Nachfolgend einige der positiven Auswirkungen von Sport und Bewegung auf den menschlichen Körper, die wissenschaftlich belegt sind.

Sport und Bewegung können dabei helfen:

  • Übergewicht zu vermeiden

  • das Risiko vieler Krebsarten zu verringern

  • die Elastizität der Gefäße zu verbessern

  • Schlaganfällen vorzubeugen

  • das Risiko von Osteoporose zu verringern

  • das Risiko für Herz- Kreislauf- Erkrankungen zu verringern

  • den Blutdruck zu senken

  • Cholesterin- und Blutzuckerwerte zu verbessern

  • die Gefahr an Demenz zu erkranken zu verringern

  • das Herz zu stärken

  • die Gedächtnisleistung zu steigern, da sich mehr aktive Nervenverbindungen bilden

  • die Muskulatur zu kräftigen


Neben all diesen Punkten macht regelmäßiger Sport und Bewegung Spaß und steigert das allgemeine Wohlbefinden des Menschen. So stellen eine erhöhte Stresstoleranz, eine Verbesserung des Schlafes und die Möglichkeit neue soziale Kontakte zu knüpfen weitere positive Aspekte des Sporttreibens dar.

Auf was gilt es beim Seniorensport zu achten?

Damit wir möglichst lange aktiv bleiben und Spaß am Sport haben können, gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. Bevor man sich ins Training stürzt, empfehlen wir jedem eine ärztliche Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen. In dieser Untersuchung sollten ein Ruhe- EKG und ein Belastungs- EKG enthalten sein. Mit Hilfe dieser Ergebnisse kann der Arzt Empfehlungen aussprechen und von bestimmten Sportarten und Bewegungsintensitäten abraten. Es ist demnach wichtig eine geeignete Sportart zu wählen, die ohne größere gesundheitliche Risiken realisierbar ist und möglichen Sportverletzungen effektiv vorzubeugen. Dabei dürfen natürlich auch Sport und Freude nicht auf der Strecke bleiben, damit der Trainingseifer auch langfristig bestehen bleibt. Optimalerweise sollten sowohl Kraft-, Ausdauer- als auch Gleichgewichtsübungen auf dem Trainingsplan stehen. Ein vielseitiges Training fördert den Aufbau von Muskeln, schult die Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit und verbessert die Feinmotorik und Ausdauer. Durch regelmäßiges Training wird der Alltag langfristig enorm erleichtert und auch möglichen Stürzen wird präventiv vorgebeugt